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WALDORF 100 in Hamburg:
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13. September 2019

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Elternsein an Waldorfschulen


Prof. Götz W. Werner

 

Prof. Götz W. Werner, Gründer, Gesellschafter und Aufsichtsratmitglied von dm-drogerie markt, Leiter des Instituts für Entrepreneurship

Elternsein an einer Waldorfschule bedeutet für mich ...

der unerfüllbare Traum nach einer kindgerechten, kunstdurchdrungenen und zeitgemäßen Pädagogik, vermittelt von Persönlichkeiten, die mit Liebe und Begeisterung, inspiriert und getragen durch ihren Schulungsweg, bei Kindern und Eltern ein Feuer entfachen wollen.





Klaus von Dohnanyi

 

Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Bürgermeister von Hamburg

Aufwachsen und Erwachsenwerden heißt: Lernen. Aber »Lernen« ist mehr als »Wissen«.

Es bedeutet eben auch Erfahrung zu sammeln im Umgang mit Menschen und Natur. Und beide, Menschen und Natur, sind ja mehr als Genome und Strukturen. Das besondere Bemühen der Waldorfschulen, den jungen Menschen einen breiten und tieferen Blick auf eine Welt jenseits des »Wissens« zu ermöglichen, dieses Bemühen war es, das mich für meine Kinder und für die Bildungspolitik insgesamt stets mit der Waldorfpädagogik verbunden hat.


Hans Magnus Enzensberger, Schriftsteller


Hans Magnus Enzensberger, Schriftsteller

Um es gleich vorwegzunehmen:

Ich bin froh, dass meine Tochter Theresia in der Münchener Waldorf-Schule gelandet ist. Anfangs war mir das noch keineswegs klar. Meine eigene Schulkarriere hat mich zu wenig Wohlwollen für die Institution der Schule, so wie sie heute ist, inspiriert. Auch lag und liegt mir die Anthroposophie als Philosophie durchaus fern. Aber, wie es in der Bibel heißt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Und es war die Praxis, die mich innerhalb kurzer Zeit überzeugt hat.

Schon die Tatsache, dass man hier die Kinder ernst nimmt und nicht für minderbemittelte Erwachsene hält, ist keineswegs selbstverständlich. Auch die Reichweite dessen, was ihnen angeboten und abverlangt wird, ist eindrucksvoll: Theaterspiel, Musik, Landwirtschaft, Handwerkspraktikum, Segeltörn, Landvermessung, Aufbauarbeit in einem rumänischen Dorf, anspruchsvolle Abschlussarbeiten ohne Gängelung – an all das wäre in einer Staatsschule kaum zu denken.

Die üblichen Vorbehalte haben sich rasch von selber erledigt. Weder war die Schule klassenfixiert – ein Verdacht, der allen Privatschulen entgegengebracht wird –, noch wurden die Schüler im Sinne von Dornach indoktriniert oder auf die Lehren von Rudolf Steiner getrimmt. Es ist schon bemerkens­wert, mit welchen Ressentiments den Waldorf-Schulen in der Öffentlichkeit begegnet wird. (Nur in Klammern bemerke ich, dass es Politiker gibt, die ihre Kinder dort gerne anmelden, obwohl das ihrer Parteilinie widerspricht.)

Natürlich fehlt es auch in diesen Einrichtungen nicht an Vorstandsquerelen und Intrigen. Davon habe ich allerdings kaum Notiz genommen, wie ich auch gestehen muss, dass ich mich zu den ernsthaft engagierten Vätern (und Müttern) nicht zählen darf, die auf jedem Elternabend mit peinlicher Genauigkeit auf vermeintliche oder wirkliche Versäumnisse oder Ungerechtigkeiten der Lehrerschaft reagieren. Solche Scherereien sollte man sich und andern ersparen und das Gute nehmen, wie es kommt.

 

Lukas Beckmann, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen Bundestagsfraktion

 

Lukas Beckmann, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen Bundestagsfraktion

Waldorfschule bedeutet für mich,

→ dass mein Kind an einer guten Schule ist (was mich täglich beruhigt), in der Lehrer und Lehrerinnen unterrichten, die ihren Beruf als Berufung verstehen und ihren Unterricht frei gestalten;

→ dass mein Kind zu Freiheit, Eigenständigkeit und sozialer Kompetenz erzogen wird;

→ dass Erfahrung durch praktisches Tun im Unterricht eine wichtige Rolle spielt und nicht nur auf die Vermittlung von Wissen geachtet wird;

→ dass über einen Zeitraum von vielen Jahren die Leistungen und Fähigkeiten der Kinder von den Lehrern entwicklungsorientiert in Worten beschrieben und nicht in Zensuren festgeschrieben werden;

→ dass meinem Kind Raum und Zeit gelassen wird, seine eigene Persönlichkeit zu finden und zu entwickeln;

→ dass Lehrer Gesprächspartner sind für Eltern; dass ich mit anderen Eltern im Rahmen der Selbstverwaltung Einfluss nehmen kann auf die Qualität und Weiterentwicklung der Schule.




(alle Beiträge auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Erziehungskunst : www.erziehungskunst.de)