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13. September 2019

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Meisterhände bei der Arbeit - 3. Klasse

 

Der Klassenlehrer geht rechtzeitig auf die Suche, wo er mit seinen Kindern solche Handwerker findet, die sich gern bei der Arbeit über die Schulter gucken lassen und den Kindern, die besonders begeisterte Zuschauer und Zuhörer sein können, gern von ihrem Tun erzählen. Nicht selten ergibt sich auch die Möglichkeit, selbst Hand anlegen zu dürfen.

Hat man die Kinder doch in der ersten Schulstunde auf die Bedeutung der Hände aufmerksam gemacht - wie diese tüchtig werden sollen! Nun sehen sie "Meisterhände" bei der Arbeit! Auch der Klassenlehrer kann da nur staunen, wenn ein Schmied, Glasbläser, Tischler oder in der Hausbau-Epoche der Maurer oder Zimmermann seine Handwerkskünste vorführt!

Am eindrucksvollsten für eine meiner Klassen waren die Stunden bei einem alten gütigen Bäckermeister, der bereit war, mit einer Gruppe von jeweils 10 Schülern Zöpfe, Schnecken und Brezeln, wie man sie im Laden kaufen kann, zu backen. Das Rezept wurde genau besprochen und abgeschrieben, dann eine große Menge Teig gerührt, und nun stellten sich seine "Lehrlinge" um den großen Tisch herum, um zuzusehen, wie der Meister die verschiedenen Backwaren mit den Händen formt. Beim Vorführen der Brezel gab es eine Überraschung, obwohl er sie eindringlich bat, genau hinzusehen: Wir konnten noch mit den Augen verfolgen, wie er ein Stück Teig abschnitt, dieses gemächlich zu einer langen Wurst (die in der Mitte dicker blieb als an beiden Enden) unter seinen Händen ausrollte, diese nun an den Enden mit beiden Händen anfasste und mit einem "Passt auf!" blitzschnell hochschnellen und in der Luft sich umdrehen ließ, um sie nahezu im selben Augenblick fertig vor sich liegen zu haben. Es gab spontanen Applaus, und dann haben die Schüler die Backarbeiten unter seiner Anleitung mit viel Elan und Ausdauer ausgeführt. Mit all ihren verschiedenen goldbraun gebackenen Zöpfen und Schnecken zogen sie dankbar davon, aber eine Brezel brachte keiner zustande!

Die Kinder haben noch andere Handwerker erleben dürfen, aber diese Meisterhände bleiben ihnen und mir unvergesslich! Oftmals haben die Schüler bei solchen Besuchen freudig ihren Klassenlehrer aufgefordert, auch einmal die Arbeit zu versuchen, und dann konnten sie erleben, dass dessen Hände auch nicht die Geschicklichkeit eines solchen Meisters nachahmen können, dass demnach hier in der Werkstatt der Meister eine Autorität für seine Lehrlinge, Gesellen wie auch für uns alle darstellt. Beim Bäcker haben sie vor lauter Eifer vergessen, mich um den Versuch des Brezelmachens zu bitten, und ich war nicht gerade unglücklich darüber.
Ein von Schülern selbstgebautes Haus für den Gartenbau

In der Hausbau-Epoche können Lehrer wie Schüler lernen, wie heutzutage viele Handwerker gemeinsam an solchem Werk arbeiten müssen und wie dabei jeder auf den anderen angewiesen ist. Welch großartiges Motiv! Man kann den Kindern auch aus der Geschichte des Hausbaus erzählen, wie anders die Häuser früher aussahen, wie unterschiedlich andere Völker wohnen, und man wird sie auch durch alle Stationen des heutigen Bauens führen. Schließlich dürfen sie selbst ein kleines Häuschen basteln, das zusammen mit all den anderen Kunstwerken den Klassenraum in eine Sehenswürdigkeit verwandelt.

Wenn sich dem Klassenlehrer die Möglichkeit bietet, die Kinder durch einen Maurer oder anderen Bauhandwerker in eine sinnvolle Bautätigkeit einzuspannen, wird er wohl begeistert zugreifen und die Kinder sehr damit erfreuen. Man möchte schon jedem Kinde wünschen, dass es unter Anleitung eines Maurers wenigsten einmal mit der Kelle und dem Senkblei einige Steine mauern durfte - natürlich nur an einer Stelle, wo kleine Unebenheiten nicht viel Schaden anrichten können.

Wenn eine Schule gerade neu baut, so hat die 3. Klasse viel Gelegenheit, alle Phasen des Bauens zu verfolgen, aber es kann auch sein, dass Eltern oder freundliche Nachbarn in Schulnähe einen Bau erstellen und die Schüler mit all ihren Sinnen wahrnehmen lassen, was sie im Unterricht erlebten. Ein lohnendes Bauobjekt kann übrigens ein Backofen sein, falls die Schule noch keinen hat, doch bedarf es qualifizierter fachmännischer Beratung, damit der Ofen dann auch zu gebrauchen ist. Der Klassenlehrer muss für all diese Dinge die Augen offen halten.

 

Helmut Eller - der Gründungslehrer unserer Schule

Zitat aus dem Buch: "Der Klassenlehrer an der Waldorfschule" von H.Eller

Hier geht es zum Buch ⇒ Der Klassenlehrer an der Waldorfschule. Einführung in ein Berufsbild


Jetzt wird das Dach gedeckt! kurze Pause in der Sonne... Nageln... fast fertig