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Samstag 10.08.19 - 09.00 Uhr 

Erster Schultag

für die Klassen 2 bis 13


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Paradeis- Christgeburts- und Dreikönigspiel


Maria und der engel - Verkündigung

An unserer Waldorfschule werden in den Tagen vor Weihnachten die so genannten Oberuferer Weihnachtspiele - das "Paradeisspiel" und das "Christgeburtspiel" - aufgeführt, dazu noch am Dreikönigstag, dem 6. Januar des neuen Jahres, das "Dreikönigspiel".

(Letzteres erfordert aber eine so große Besetzung, so das wir es selten auf die Bühne bringen können.)

Gespielt werden die Spiele von Lehrern und manchmal auch unter Mithilfe von Eltern, als ein Geschenk an die Schulgemeinschaft und an alle Menschen, die sich von der besonderen Atmosphäre dieser Spiele in eine weihnachtliche Stimmung versetzen lassen wollen.

Diese Oberuferer Weihnachtspiele sind, viele hundert Jahre alt (ca. 15. Jahrhundert) und wurden noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in der Gegend von Pressburg, im ungarischen Bergland, alljährlich von Bauernburschen aus Oberufer einstudiert und aufgeführt. In einer Gegend also, in der damals noch ein deutscher, an das Bayerische erinnernder Dialekt gesprochen wurde. Und dort auch wurden vor ungefähr einhundertfünfzig Jahren die Weihnachtspieltexte von Karl Julius Schröer, einem späteren Lehrer und Freund Rudolf Steiners, "entdeckt" und aufgeschrieben.

 

In seinem Buch, erschienen 1862, berichtet Karl Julius Schröer von einem Besuch in Oberufer, folgendes:

In seiner Familie ist das Lehrmeisteramt erst seit seinem Vater. Er spricht sich über die Spiele ohngefähr in folgender Weise aus.

— „Wenn die mehrste Arbeit im Herbst zu Ende geht, da kommen die Alten zu mir und sagen: es wär jetzt wieder die Zeit, solltet doch wieder schaun ob ihr nicht ein Spiel zusammen brächtet. Schaden könnte den Burschen nicht, wenn sie sich einmal wieder ein Bischen in der Schrift befleißigen möchten und füraus die heiligen Gesänge einübeten. Was sie in der Schule gelernt haben, habn sie eh (d. i. ohnehin) vergessen! — Da schau ich mich um, und wann es sich trifft daß accurat die richtigen Burschen genug vorhanden seint , da ruf ich sie halt zu mir. Ein Jeder, der mitspielen will, darf

1. nicht zu \'nDiernen gehen,

2. keine Schelmliedel singen die ganze heilige Zeit über,

3. muß er ein ehrsames Leben Ruhren,

4. muß er mir folgen. Für alles ist eine Geldstrafe, auch für jeden Gedächtnissfehler u. dgl. im Spiel."

Von nun an wird abgeschrieben, gelernt, gesungen Tag und Nacht. In dem Dorf wird keine Musik gelitten. Wenn die Spieler über Land gehn, um in einem benachbarten Ort zu spielen und es ist Musik da, so ziehn sie weiter. Als man, ihnen zu Ehren, in einem Orte einmal die Dorfmusicanten aufspielen ließ, fragten sie entrüstet: ob man sie für Comcedianten halte?

Die Spiele dauern nun vom ersten Advent bis heiligen Dreikönig. Alle Sonntag und Feiertag wird gespielt; jeden Mittwoch ist eine Aufführung zur Uebung. An den übrigen Werktagen ziehn die Spieler über Land auf benachbarte Dörfer, wo gespielt wird. Der Eintritt für jeden Zuschauer kostet zwei Kreuzer; Kinder zahlen die Hälfte. Das Geld, das einkommt, reicht gerade hin um die Auslagen der Aufführung, Kleider u. dgl. zu bestreiten. Denn Alles ist immer im besten Stand.

Ich halte die Erwehnung dieser Umstände desshalb für wichtig, weil aus ihnen ersichtlich wird, wie auch gegenwärtig noch eine gewisse Weihe mit der Sache verbunden ist. Die Aufführung beginnt gewöhnlich schon um 3 Uhr Nachmittag und dauert zwei Stunden. Wenn jedoch Publicum vorhanden ist, so fangen sie dann noch einmal von vorne an u. s. f. so lange Jemand zuhören will. Aufgeführt werden jedoch drei Stücke: 1. Christi Geburt. 2. Adam und Eva. 3. (wie nach den Trilogien des antiken Trauerspiels das Satyrspiel) ein Fasnachtspiel.

 

Fotos von Gregor Steinle

betender Hirte

Joseph

Bilder von Gregor Steinle (Schüler)

Texte und weiterführende Literatur (externe Links) :

Von den Oberuferer Weihnachtspielen und ihrem geistigen Hintergrund

Weihnachtspiele aus altem Volkstum: Weihnachtsspiele aus altem Volkstum. Die Oberuferer Spiele

Ansprachen zu den Weihnachtspielen aus altem Volkstum von R.Steiner