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FRÜHE KINDHEIT

ein Artikel unseres Schularztes Dr. Kalwitz, erschienen in der Zeitschrift  »Erziehungskunst«


Das Muster, nach dem sich Kinder entwickeln, entspricht der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Wer Kinder fördern will, sollte das beachten.


Es gibt kaum etwas Eindrucksvolleres, als mitzuerleben, wie bei einem Kind in den ersten Lebensjahren seine Individualität nach und nach immer klarer erkennbar wird. Eltern erahnen diese Individualität oft schon vor der Geburt. Auch den Säugling scheint noch lange wie eine unsichtbare seelische Wolke seine Persönlichkeit zu umschweben. Wie ein Musiker durch sein Instrument etwas von seiner Persönlichkeit in die Welt tragen lernt, so verbindet sich das kindliche Wesen immer intensiver mit seinem Körper, der nun ein Leben lang seine Impulse in die Welt tragen wird.

Das Instrument wird gestimmt

Jedes Kind baut sich sein ureigenes Instrument für seine individuelle Stimme im Konzert des Lebens. Schritt für Schritt wandelt es die von den Eltern ererbte Substanz seines Körpers in seinen eigenen Leib um. Es ist bereits bei der Geburt mit einem fast kompletten Bestand an Gehirnzellen ausgestattet und entwickelt in seinen ersten Lebensjahren eine Überfülle synaptischer Vernetzungen. Der Kopf mit dem wunderschönen Gehirnschädel ist bei einem kleinen Kind der am weitesten ausgereifte Körperteil. Er »traut« sich auch meist als erster aus der vorgeburtlichen Geborgenheit ins Licht dieser Welt. Man könnte denken, von ihm müsste nun die weitere Entwicklung ausgehen. Doch das ist nur zumTeil der Fall. Während ein Kind sich mehr und mehr durch seine Sinne der Außenwelt öffnet, scheinen die Bewegungen, von denen es oft wie durchzuckt wird, eher in den Gliedern selbst zu entstehen. Es strampelt und zappelt wie in einem Meer von Bewegungsmöglichkeiten, die teilweise von primitiven Reflexmustern geprägt, teilweise aber auch ganz frei sind. Das Großhirn mit seinen riesigen Nervenzellmassen hat noch keinerlei Kontrolle über diesen sich selbst ausprobierenden Bewegungsorganismus des kleinen Kindes.

Wer aufrecht steht, kann in die Welt eingreifen

Doch etwa ab dem dritten Monat beginnt dieser Bewegungsvielfalt vom Kopf her eine ordnende Tendenz entgegenzuwirken. Zunächst koordiniert sie die Augenmotorik, so dass der erste Blickkontakt möglich wird, die erste irdische Wesensbegegnung mit dem Kind. Dann dringt sie mit ihrer ordnenden Kraft immer tiefer vor, bis ein Kind über verschiedene Zwischenstationen im Alter von 12 bis  18 Monaten normalerweise gelernt hat, sich aufzurichten und frei zu stehen. Nun ist das Instrument gebaut und wird gestimmt, indem das Kind lernt, seinen Weg zu gehen. Das dauert Jahre, denn jeder Mensch entwickelt seinen eigenen Gang. Und es lernt noch vielmehr in dieser Zeit - die Aufrichte ist nur ein Meilenstein in der Bewegungsentwicklung. Die Hände sind nun frei, in die Welt einzugreifen, und jeder Mensch entwickelt seine eigene Art von Geschick und Gewandtheit. Immer intensiver drücken die Bewegungen etwas von seinem individuellen Wesen aus. Lange begleiten die frühkindlichen Reflexe des Stammhirnes noch die Bewegungsentwicklung. Erst nach und nach wird das Großhirn einbezogen und ermöglicht immer freiere Bewegungsmuster. Die Aufrichte jedoch ist nirgends reflexmäßig vorgebahnt. Sie ist eine Leistung der Individualität selbst. Und wie alle von nun an zu erwerbenden Fähigkeiten wird sie auch nur erreicht, wenn die Umgebung Vorbilder bietet, die nachgeahmt werden können.

Bewegung macht schlau

Während der immer weiter voranschreitenden Individualisierung der Bewegungsentwicklung beginnt sich ab dem dritten Lebensjahr die vorher stetig anwachsende Zahl der Vernetzungen im Gehirn wieder massiv zu vermindern. Mit dem Strom der ordnenden Kraft, die den  Bewegungsorganismus mehr und mehr mit Bewusstsein durchdringt, werden nun alle überflüssigen Vernetzungen im Gehirn zurückgebildet, und nur das, was auch benutzt wird, bleibt bestehen. Die Feinstruktur der Großhirnrinde differenziert sich in der Folge umso reichhaltiger aus, je vielfältiger die Bewegungserfahrungen und auch die Sinneseindrücke des Kindes in dieser Zeit sind. Je mehr wir einem Kind ermöglichen zu toben, zu balancieren und Sinneserfahrungen zu machen, desto besser entwickelt sich auch sein Gehirn. Insofern haben die Bewegungen entscheidenden Einfluss auf die Ausbildung des kindlichen Gehirns, viel mehr als umgekehrt!

 

 

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