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Vorträge von Beate Benkhofer und Helmut Eller

12.12.18: Die 4 geistigen oder oberen Sinne:
Hörsinn, Wort- oder Sprachsinn, Gedankensinn, Ichsinn.


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von Helmut Eller

 

Herr_Eller_-_sw Auf dem großen Gelände an der Bergstedter Chaussee 205-209 findet der Besucher heute drei Einrichtungen, die nach der Pädagogik Rudolf Steiners arbeiten: die Rudolf Steiner Schule Hamburg-Bergstedt, die ⇒ Christophorus Schule (eine Schule mit Kleinklassen für seelen-pflegebedürftige Kinder) und den Kindergarten der ⇒ Christengemeinschaft. Im Jahre 2000 konnte schließlich mit dem Bau einer Turnhalle der letzte Bauabschnitt verwirklicht und seiner Bestimmung übergeben werden.

Dies ist ein Grund, dankbar zurückzublicken und sich zu fragen, wie vor mehr als 30 Jahren alles angefangen hat.

Der Altbau Die Wurzeln wurden im ⇒ Kindergarten der Christengemeinschaft in Hamburg-Volksdorf gelegt, der seit 1969 die Eltern mit der Waldorfpädagogik und dem Menschenbild Rudolf Steiners so vertraut machte, dass diese zum Zeitpunkt der Einschulung ihre Kinder in eine Waldorfschule schicken wollten.

In Hamburg gab es damals nur 2 solcher Schulen: in Wandsbek und Nienstedten. Heute sind es sieben. Wegen des ständig wachsenden Zulaufs konnte damals die Wandsbeker Schule nicht alle Kinder aus Volksdorf aufnehmen, und diese Tatsache ermutigte eine Gruppe von besonders initiativen Eltern, an eine Schulgründung in den Walddörfern zu denken.

Öffentliche Vorträge über die Erziehungsimpulse der Waldorfpädagogik im Spiekerhus fanden ein solches Echo, dass sich im Juli 1971 ein Kreis von vierzehn Persönlichkeiten entschloss, den ”Verein zur Förderung einer Rudolf Steiner Schule in den Walddörfern e.V.” zu gründen, dessen Mitgliederzahl rapide anwuchs.

Die zukünfitige Holzwerkstatt Mit einigen Kollegen der Wandsbeker Schule fanden regelmäßig Gespräche statt, ein Lese- und Arbeitskreis sowie eine ”Elternschule” wurden eingerichtet, vierzehntägig Vorträge gehalten und künstlerische Kurse verschiedenster Art angeboten.

Im Herbst des Jahres 1973 zeigte sich dem Kollegium der Wandsbeker Schule sehr deutlich, dass man wegen der ständig steigenden Schülerzahlen künftig, also ab Herbst 1974, zwei Klassen pro Jahrgang aufnehmen müsse. Man entschied, dass fortan eine der beiden aufzunehmenden Klassen nur für die Kinder aus den Walddörfern eingerichtet werden solle.

 

Arbeit_des_Vorstandes__1.1976

Steine_legen_vor_den_Pavillons

Einige Persönlichkeiten des Förderkreises haben unzählige Verhandlungen mit den Behörden und Politikern führen müssen, um ein geeignetes Grundstück in dem angedachten Raum zu erwerben und um schließlich die Genehmigung für einen Kindergarten und eine Schule zu erhalten. Der großen Aufopferungsbereitschaft einiger weniger war es zu verdanken, dass uns im Februar 1975 das alte Backsteingebäude an der Bergstedter Chaussee 205, das fast 100 Jahre als Altenheim gedient hatte, überlassen wurde.

Mit welcher Freude gingen die Eltern daran, alles zu entrümpeln und die kleinen Räume wieder herzurichten! Das schmiedete alle zusammen! Im Herbst 1975 war der größte Raum darin so hergerichtet, dass eine Gruppe des Kindergartens der Christengemeinschaft Einzug halten konnte. – In Wandsbek wurde währenddessen eine weitere erste Klasse mit Volksdorfer Kindern eröffnet.

Den Zeitpunkt für die Eröffnung der Waldorfschule hatten wir mutig für Herbst 1976 angesetzt. Die dazu notwendigen Lehrer wurden mit Hilfe des Wandsbeker Kollegiums gesucht und gefunden.

Pavillons Auf dem Grundstück errichteten die Eltern 2 Pavillons mit allen dazu notwendigen Räumen – sogar eine kleine Aula wussten Fachkundige auszubauen!

Jahr für Jahr kamen weitere Klassen hinzu, Elternschaft und Kollegium vergrößerten sich, und es mussten weitere Pavillons errichtet werden. Hinzu kam, dass auf unserem Grundstück, das für eine voll ausgebildete Waldorfschule auf die Dauer ohnehin zu klein war, eine weitere Elterninitiative für die Betreuung von ”seelenpflege-bedürftigen” Kindern bereits im zweiten Jahr ebenfalls einen Pavillon erstellte. Aus dieser Initiative heraus bildete sich der ”Förderkreis Heilende Erziehung”, der sich das Ziel gesetzt hatte, ebenfalls eine Schule für seine Kinder zu gründen: die heutige Christophorus Schule.

Richtfest_Pavillons

Dafür war das Grundstück aber viel zu klein. So hofften wir jahrelang, dass der große Acker (42.000 qm!) auf der anderen Seite der Rodenbek (ein schmaler Wassergraben) einmal unser Schulgelände werden möge. Jahrelange Verhandlungen waren notwendig, aber als unser Grundstück dann voller Pavillons stand (es waren bereits 6), bekamen wir und die inzwischen gegründete Christophorus Schule die Erlaubnis, auf diesem Acker je 2 weitere aufzustellen.

Während dieser Jahre war außer den erwähnten drei Einrichtungen auch das Friedrich Robbe Institut (ein Heim für seelenpflege-bedürftige Kinder) auf der Suche nach einem endgültigen Grundstück, so gründeten die vier Einrichtungen gemeinsam im Januar 1979 das Rudolf Steiner Bildungswerk, das der Idee dienen soll, Kindern jeden Alters und jeder Begabung eine Stätte zu schaffen und sich darüber hinaus für kulturelle Anliegen aller Beteiligten einzusetzen.

erste_Begehung Für das Friedrich Robbe Institut ergaben sich bereits 1981 andere Möglichkeiten, so dass es wieder ausschied, aber die anderen drei konnten am 19. April 1985 den Vertrag unterzeichnen.

Die Planungen, wie und mit welchem Architekten gebaut werden sollte, waren schon seit langem Thema der Konferenzen, Vorstandssitzungen und Eltern-Lehrer-Konferenzen. Während einer Wochenendtagung aller Mitglieder des Rudolf Steiner Bildungswerks auf dem Methorst überraschte uns unser Architekt zu unser aller Zufriedenheit mit einem fertigen Modell unserer Schule.

Es war ein großer Festtag, als alle Lehrer mit Gummistiefeln hinunter in die schlammige Baugrube stiegen, um gemeinsam den Grundsteinspruch zu rezitieren, während oben alle Schüler, Eltern und Freunde den Rand der Grube säumten. Dann wurde zügig der Bau errichtet, und als die äußere Hülle stand, begann mit dem Innenausbau, der mehr als eine Million D-Mark durch Eigenleistung einsparte, eine Zeit intensivster Arbeit, an der sich Eltern wie Lehrer regelmäßig beteiligten, vor allem an den Wochenenden.

auf_zur_Baugrube Im Herbst 1986, nachdem in den Sommerferien ein unermüdlicher Einsatz von Eltern, auch Lehrern, Freunden, zeitweise sogar Schülern der Schule, geleistet worden war, durften die Klassen feierlich in das neue Schulhaus einziehen: ein weiterer Festtag!

In den nächsten Monaten gab es weiterhin viel zu tun: es mußten vor allem die Fachräume, die Aula und der Schulhof fertiggestellt werden, und all das wurde geschafft, so dass die Einweihung im Herbst 1987 – wie geplant - stattfinden konnte. Sie wurde scherzhaft als eine ”Marathon-Veranstaltung” bezeichnet, da wir eine Woche lang feierten.

In jener Zeit hat auch der Kindergarten an seinen Bauplänen gearbeitet, und als diese ausgereift waren, ging man daran, unserem auf einem Fünfstern basierenden Schulhaus gegenüber ein Gebäude zu erstellen, dessen Grundriss einem Sechsstern gleicht

Die_Baugrube

Die_Binder_weden_gesetzt

Nachdem wir 1986 in unser Schulhaus umgezogen waren, hatte die Christophorus Schule für ihre stetig wachsende Schülerschaft alle von uns hinterlassenen Pavillons, auch das Backsteingebäude, übernommen. Aber schon wenige Jahre später konnten die Freunde mit ihrem Architekten einen Bauplan entwerfen und dann für ihre Kinder einen sehr eindrucksvollen Bau erstellen.

Die notwendigsten Bauten waren nun errichtet, und um die noch fehlenden, wie z.B. die so notwendigen Werkstätten aller Art und die unentbehrlichen Therapieräume errichten zu können, bedurfte es erst einmal einer längeren Pause, bis die Finanzierung derselben gesichert war. In den letzten Jahren ist es nun der Christophorus Schule gelungen, alle ihr fehlenden Gebäude zu erstellen, deren Bauformen man nur bestaunen kann: ein Werkhof, Therapiegebäude und eine Schmiede (mit 9 Essen und Ambossen), die in ein Werkstattgebäude übergeht, welches der Rudolf Steiner Schule gehört.

Die_Aula

Inzwischen war es uns nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen gelungen, unseren letzten Bauabschnitt: die noch fehlende Turnhalle, im hinteren Teil des Grundstücks finanzieren und bauen zu können. Mit welcher Freude haben wir im März 2000 diese Einweihung gefeiert! Es war die letzte auf diesem Grundstück! Dankbar blicken wir zurück, dass alles, was wir uns diesbezüglich vorgenommen hatten, gelingen durfte! Der Dank gilt ganz besonders den Menschen, die sich in all den Jahren dafür eingesetzt haben!

Im Herbst des Jahres 2016 wurde die Rudolf Steiner Schule 40 Jahre alt: ein Grund, wieder einmal richtig zu feiern, und das taten wir auch ausgiebig – gemeinsam mit all unseren Einrichtungen, mit vielen Ehemaligen, mit unseren Freunden, und ganz besonders mit denen, die uns geholfen haben, diese Schule zu verwirklichen.

 

Der_neue_Schulhof