Eurythmie Forschung
Eurythmiepädagogik heute
In einer gemeinsamen Initiative haben das Fachgebiet Eurythmie und der Fachbereich Bildungswissenschaften der Alanus Hochschule unter der Leitung von Prof. Stefan Hasler (Eurythmie) und Prof. Dr. Charlotte Heinritz (empirische Sozialforschung) ein Forschungsprojekt zur Eurythmiepädagogik ins Leben gerufen. Zwei unserer Lehrer sind daran beteiligt.

Hier das Programm und weitere Informationen als => .pdf
Ziele des Forschungsprojekts
1. Grundlagen für fundierte und zeitgemäße curriculare Eckpunkte/Bausteine für den Eurythmieunterricht zu schaffen. Dazu gehört eine Dokumentation der bestehenden Schriften und Quellen wie auch eine Zusammenstellung der heute gültigen Lehrpläne an den Eurythmie-ausbildungsstätten. Auf diesen Grundlagen können neue Elemente der individuellen Lehrpläne entwickelt und begründet werden, die zugleich die historischen Wurzeln und Entwicklungen reflektieren und die neuen Entwicklungen und Erkenntnisse aus der eurythmiepädagogischen Praxis integrieren. So kann eine reflektierte Zielvermittlung entstehen, die sowohl nach Außen kommuniziert, wie nach Innen vermittelt werden kann.
2. Aus verschiedenen Blickwinkeln soll untersucht werden, worin die Zielsetzungen des Eurythmieunterrichtes bestehen und wie sie begründet werden. Wie ist die menschenkundliche Grundlage des Eurythmieunterrichtes unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie zu begründen, sowie im Vergleich zu ähnlichen Zielsetzungen und Ergebnissen aus anderen Bewegungsfächern zu sehen? Die so gewonnenen Erkenntnisse bieten Grundlagen für weitere Forschungen wie etwa zur Wirkungsweise des konkreten Eurythmieunterrichts.
3. Eine Verbesserung der Arbeitssituation von Eurythmielehrern durch die so gewonnenen Übersichten und Handreichungen für ihren Unterricht, sowie eine Verbesserung durch einen Überblick über ihre Aufgabenstellung und Arbeitssituation mit möglichen Konsequenzen für die Lehrerausbildung und -beschäftigung.

Begründung
1. Die Eurythmie ist Anfang des 20. Jahrhunderts von Rudolf Steiner zusammen mit Pionieren wie Lory Maier-Smits, Erna Wolfram, Tatiana Kisseleff, Marie Savitsch und vielen mehr vor allem am Goetheanum in Dornach entwickelt worden. Die ersten Arbeitsschritte richteten sich auf die Bühnenwirksamkeit von Eurythmie als Kunst. Zugleich wurden von Beginn an Kinder und Laiengruppen eingerichtet, sodass von Anfang an ein gewisser pädagogischer Aspekt in der Eurythmie eine Rolle spielte. In dem einschlägigen Kurs von Rudolf Steiner aus dem Jahr 1924 „Eurythmie als sichtbare Sprache“ (Dornach, GA 279) und in den vielen Ansprachen zu Eurythmieaufführungen, gesammelt in „Eurythmie, die sprechende Seele“ (Dornach GA 277), wurde immer wieder auf die pädagogische Anwendung eingegangen. In dem Lehrplan der ersten Waldorfschule in Stuttgart war Eurythmie für alle zwölf Jahrgänge vorgesehen. Heydebrand hat einen ersten Lehrplan auf drei Seiten ausgearbeitet (Heydebrand: Vom Lehrplan der Freien Waldorfschule, Stuttgart 1931). Wie viel davon aus ihrer Arbeit stammt und wie viel aus den Ausführungen Rudolf Steiners ist nicht gründlich erforscht.
2. Viele Eurythmiepädagogen haben einen individuellen Lehrplan entwickelt. Andere Lehrer bauen auf den Erfahrungen früherer Kollegen auf. Ein Austausch unter den Kollegen wurde und wird vor allem auf der Ebene des Material- und Stoffaustausches sowie über grundlegende methodische Fragen gepflegt. Daraus entstanden auch eine Reihe einschlägiger Schriften .Eine allgemeine Begründung der so entstandenen Curricula ist auf diesem Wege jedoch nicht entstanden. Aktuelle Fragen der Erziehungswissenschaft sowie neue Erkenntnisse aus der Medizin werden bislang individuell und eher intuitiv verarbeitet.
3. Es gibt in Deutschland zur Zeit über 200 Waldorfschulen, an denen zum größeren Teil in vollem Umfang Eurythmieunterricht erteilt wird. Die Veränderungen, die die Waldorfschulen in den letzten Jahren erfahren (wie Senkung des Einschulungsalters; zentrale Prüfungen nach Klasse 11; Zentralabitur etc.), verlangen um so mehr ein gut begründetes und vermittelbares Curriculum für den Eurythmieunterricht. Erst auf dieser Grundlage können weitere Forschungen zur Wirkung von Eurythmie aufbauen.

Personen
Gesamtkoordination und Ausführung der Forschungsarbeit an der Alanus Hochschule
Koordination und Beratung Prof. Stefan Hasler (Alfter/ Hamburg), Prof. Dr. Charlotte Heinritz (Alfter)
Koordination Pädagogen Michael Werner (Hamburg)
Wissenschaftliche Mitarbeit Gisela Beck (Bielefeld)
Projektorganisation Ephraim Krause (Alfter)
Untersuchende Eurythmiepädagogen in der Praxis
Bereich Nord: Jürgen Frank (Hamburg) , Michael Werner (Hamburg)
Bereich West: Norbert Carstens (Bochum), Imogen Scheerschmidt (Herne),
Claudine Gauthier (Bergisch Gladbach)
Bereich Ost: Andreas Borrmann (Berlin)
Bereich Süd: Peter Elsen (Schopfheim), Dr. Annette Himmelstoß (Schopfheim)
Pädagogische Eurythmieausbildungen als Kooperationspartner
- Freie Hochschule Stuttgart (Matthias Jeuken und Prof. Erik Dom)
- Den norske Eurythmihoyskole Oslo (Marianne Tvedt)
- Hogeschool Helicon Zeist/Den Haag (Helga Daniel)
- Masterstudiengang Eurythmiepädagogik an der Alanus Hochschule (Ulrike Langescheid)
- Lehrerseminar Witten (Arnold Pröll)
Weitere Informationen erhalten Sie auf folgenden Seiten:
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Forschungsprojekt Eurythmieunterricht heute

