21. Juni
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- Erstellt am Donnerstag, 24. Juni 2010 15:38
21. Juni, Montag Wieder einmal geht ein aufregender Tag zu Ende und die Berichterstatterin Anja-Katharina R. meldet sich von der Steuerfront zum Statussignal. Um acht Uhr in der Frühe startete ein weiterer Tag in Florenz durch ausgiebiges nach-unten-Wandern, den wir in der Stadt mit exzessivem Warten vor dem Dom (Santa Maria del Fiore, die Wartezeit betrug ca. 45 Minuten) fortsetzten. Dann ging das Abenteuer los. 463 Stufen warteten darauf, von uns erklommen zu werden, 140 Meter Höhe wollten bewältigt sein, wobei uns die unterstützenden Worte vieler Waldorfschüler begleiteten, die man im Eingang als Gekritzel an den Wänden fand und … es haben tatsächlich alle geschafft, die Kuppel zu erreichen! Belohnt wurden wir mit einem wirklich atemberaubenden Blick über Florenz, an dem sich viele zunächst nicht sattsehen konnten. Es folgte (direkt oben) ein Referat von Malte über die Baugeschichte des Doms, bei dem ein Viertel der betretbaren Fläche von uns sitzenden Schülern eingenommen und dadurch für weitere Touristen unbegehbar wurde… Wieder unten angekommen beruhigten wir unsere vor Anstrengung zitternden Beine, um uns alsdann zum Rathaus aufzumachen, wo wir den Fake-David und die Gedenkplatte Savonarolas betrachteten. Es folgte eine angenehme Mittagspause, in welcher die meisten sich erst mal mittels eines starken Kaffees von den vormittäglichen Strapazen zu erholen versuchten. Ausgiebiges Shoppen, Gucken und (sinnloses) Herumirren in den Gassen füllte die Pause aus und wie durch ein Wunder blieben wir bis dahin von jeglichem Regen verschont. Der Himmel war zwar grau verhangen (Herr von Borstel möchte an dieser Stelle betonen, dass aber dennoch blaue Löcher vorhanden waren), die Luft recht kühl und unsere Stimmung bis dahin den Umständen entsprechend durchaus ausgeglichen. Ein anschließender Besuch des Marino Marini-Museums weckte nochmals unser ausgeprägtes kulturelles Interesse und wir spendeten selbigem über eine Stunde Zeit, in welcher jeder ein auserwähltes Kunstwerk des oben genannten Künstlers abzeichnete oder beschrieb. Völlig fertig schleppten wir uns anschließend zum öffentlichen Bus, dessen Fahrer uns wie eine gesengte Sau (die Ausdrucksweise ist leider absolut notwendig, um die Umstände treffend zu beschreiben) in die Nähe unseres geliebten Reisebusses fuhr, von wo aus wir zunächst die Heimreise antreten konnten. Diese wurde jedoch auf ausdrücklichen Wunsch der Schülerschaft gegen Ende zugunsten eines Supermarktbesuchs unterbrochen (COOP SETTE PONTI), weil viele über Vitaminmangel klagten und sich unbedingt Obst beschaffen wollten
… Genannter „italienischer Konsumtempel“ (zitiert nach M. von Borstel) erinnerte in seiner Größe stark an die heimische Metro, nur waren die Regale nicht so hoch. Als wir diesen leergeräumt hatten, begaben wir uns an die freundlichen, vollautomatischen Selbstbezahlerkassen, wo typisch männliche Probleme mit der Technik unseren Aufenthalt ungewollt verlängerten. Dennoch konnten wir letzten Endes die Unterkunft wieder erreichen (die Frage nach dem Wie ist hier nicht von Belang), wo von Neuem ein köstliches Abendgericht auf uns wartete. Nun sitzen wir gemütlich am qualmenden Kamin und geben uns allgemeinen Bedürfnissen wie Biertrinken, Kartenspielen und Herumphilosophieren (letzeres betrifft nur sehr wenige) hin. Zu erwähnen ist nun noch, dass Maura sich aufgrund einer Erkrankung heute in der gehobenen Lage befand, einen italienischen Arzt kennenlernen zu dürfen. Kommunikationsprobleme konnten nicht über die Krankheit hinwegsehen lassen, wohl aber Missverständnisse produzieren. So ist die meisterzählte Anekdote, dass Frau Zowe dem flinken Redner ihr Unverständnis nahelegte, worauf dieser in doppelter Lautstärke fortfuhr, ohne jedoch wie gewünscht das Tempo zu verringern. So lernen wir Land und Leute nach und nach kennen und erfreuen uns an selbigen. Mit lieben Grüßen nach Hamburg verabschiede ich mich für heute! Anja-Katharina

