Hubis Firenze 1
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- Erstellt am Donnerstag, 04. Juni 2009 13:46
Ah Firenze, Sei mir Freund und Leidgenosse wenn ich deinen Gipfel, welcher in höchster Vollendung begriffen, ersteige. Man steht bang, klamm und schweißgebadet zitternd auf dem kaum einen Gedanken breiten Sims, der da achtzig und unendlich schreckliche Längen direkt in himmlische Hölle reicht. Sehe kaum auf und wenn dann blendet mich das Schaffen der Meister. Nirgends sonst war mir das Pantheon je so nah wie hier in diesem kläglichst Augenblicke. Noch lebe ich, wenn auch kaum, Gott allein wird entscheiden wann sein Sohn mich richten darf und wird. Nicht das mein Gottvertrauen bröckeln würde oder ich dessen vollkommenste Weisheit in Frage stelle, nein, zu solch Häresie lässt sich ein alpiner Katholik nicht verleiten. Nur hier doch mein Apell an unsren lieben Schöpfer, wen sie dies lesen, bitte lassen sie nicht diese wunderbare Kuppel über oder gar unter mir zusammenklappen, ich dank recht herzlich.
Womit man sich auch der Diskussion stellen könnte in wieweit Gott den mit der Zeit geht, ist er dort oben gut vernetzt, hat Gott W-Lan und gönnt er seinem eingeborenen Sohn, unserem Herrn eine Flatrate ins Ausland? Sinnvoll wäre dies gewiss. So also das himmlisch gekuppelt Firmament nicht gebühren, geschweigenden zur Neige be- und achten könnend, treiben mich meine Füße und die ungebührlichen Rufe des Pöbels hinter mir weiter den Dom hinauf. Schon mal von Schweizern eine Domkuppel hinaufgejagt worden? Ich empfehl es nicht. Obig angelangt, verkante ich meine Krallen in der Innenwand des Kuppelaufsatzes und lausch dem Flugwind Gefallender, nicht Engel doch aber Kaugummis, was doch mindestens genauso spektakulär ist.
Später dann, um einige Lebensstunden ärmer und nervenschwächer wieder auf normal null gelangt geht es fort. Habe zum Dank und höheren Ehre Gottes, der Stadt einen weiteren Dom gestiftet. Für alle noch zukünfig Reisenden, es ist der wunderschöne mit der großen Kuppel.
Nun folgt, Bergsteigen. Wobei es mir jetzt und später in meinem spinnenbewährten Bette immer noch ein Rätzel sein wird wo dieser so urplötzlich her kam. Wir hören, einen klitze kleinen, kläglichen Mönchshaufen, zu meiner ungeheuren Bestürzung, Tonsur losen, singen und die Messe zelebrieren.
Beim Warten auf den Bus, zählt man manisch die Kugel der Stadt, welche doch reichlich vorhanden, sechs Medici dort, hier noch ein Paar, Pillen über Pillen. Und so viele Möglichkeiten dieses Wappen zu interpretieren: War es nun der Riese Mogullo den der erste Medici im selbig genannten Tal erschlug und so die Lombarden für Kaiser Karl vertrieb, oder aber rettete dieser Mann den kürzlich durch Papst Leo III. gekrönten Kaiser mit seinem Schild bloß vor einer Barbaren Horde? Durfte ob dieser Tat die Dellen in seinem Schutzschild fortan als Wappen tragen. Oder aber waren die frühen Medici, banal, nur einfache Bänker die irgendwann ihr täglich Werk, also Münzen in das Wappen aufnahmen? Faktum ist, das Florenz erst durch und mit dieser Familie erblühte und man ihre, zwar vergilbte und oft unscheinbare, Einflussname noch an vielerlei Orten erkennen kann.
Später dann, es müssen so 15 bis 20 Stunden vergangen sein. Werden wir auf höchst verbotene Art und Weise, gleich einem Sklaventransport hinter zugezogenen, mattgrünen Vorhängen aus der Stadt befreit.

