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Busfahrt

Wenn ich im Bus sitze, vergeht die Zeit schneller denn je. In meinen Sitz gepresst wie eine Briefmarke ohne Widerstand schaue ich aus dem Fenster hinaus. Alles fliegt an mir vorbei, Häuser, Bäume, Städte und vieles mehr, ich habe noch längst nicht alles gesehen. Die Sekunde ist vorbei in der ich auch die Natur in mir sah. Wie ein Spiegel blüht in mir Klarheit auf, wenn ich aus dem Fenster schaue. Wenn ich ins Freie blicke, ist die Zeit unendlich, doch dass war eben und nicht jetzt, dies war schön und jetzt sehe ich eine Wand, der Bus bleibt kurz stehen. So wie der Wind zieht auch der Bus weiter, meine Augen gleiten über Wiesen hinweg ohne sie berühren zu  können. Kein Foto wird gemacht, von dem Augenblick der so kostbar war. Meine Lider werden zum Augenschein der mich blendenden Sonne, ich genieße sie. Ich steige aus dem Bus hinaus und lass mich auf einen Steg nieder. Meine Augen sind ganz müd geworden, gewinnen jedoch schnell an Energie der vor mir erstrahlenden Bilder. Es sind Eindrücke, welche mit Fotos nicht zu ersetzen wären. Gefühle, nach denen ich mich sehne. Froh bin ich geworden, denn jetzt muss ich nicht weiter gehen, ich darf alles auf mich wirken lassen.
Nun darf ich mir das Bild raussuchen, welches ich möchte. Die Aufgabe, dass Schöne zu finden das  mich fasziniert um es danach auf Papier zu bringen. Ich zeichnete mein Bild, nein anders gesprochen, ich bin das Bild, weil mich das Außen ergreift. Das Bild berührt meine Sinne, keine Stimme, die mich stört. Es ist schön einfach dazu sitzen, ohne mit dem Bus hinweg zu fahren. An diesen Tag waren mir nur zwei Stunden gegeben, doch ich war diesmal die Meisterin meiner Zeit. Ich konnte diesmal entscheiden wie ich sie auskoste ohne, dass jemand anderes aufs Gaspedal drückt. Ich konnte sitzen bleiben ohne, dass das Haus verschwindet, die Blätter verwehen oder niemand mehr vor mir stand. Dieses vor mir liegende Bild kann ich in Ruhe einatmen ohne Fensterscheibe davor.
Auch die Busfahrt ist schön, doch nur bei Nacht. Denn nachts fällt kein Licht der schönen Dinge in mein Auge und ich muss nicht traurig sein, sie nicht ergreifen zu können. Schreiben kann ich das jetzt, weil trotz hoher Geschwindigkeit nicht alles an mir vorübergeflogen ist. Nun genieße ich jede Minute, in der ich schreibe, weil mein Rückblick die Bilder präsentiert die ich vor mir sah. Nach diesem Gedanken folgt ein vorausschauender Blick, der sich bemühen wird, nicht alles an mir vorbei gehen zu lassen, denn jede Minute zählt. Auch Morgen werde ich wieder im Bus sitzen, nach draußen schauen und die Diamanten der Natur fixieren. Ich werde immer wieder meine Augen schließen und mein eigenes Bild malen. Nicht immer bleibt die Zeit, um zur Kamera zu greifen. Aber immer bleibt die Zeit für einen Selbst, man muss sich diese nur nehmen.
Jasmin