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Sienna

Vom Regen in die Traufe…

Die frohe Nachricht schon am gestrigen Abend: Heute erst um 9 Uhr Losfahren – das sonst von einigen verschlafene Frühstück wurde also gerade noch erwischt. Nur das Wetter spielte nicht ganz mit, denn mit zunehmender Fahrtzeit wurde der Himmel dunkler und alle Schüler schliefen, da sie dachten es wäre wieder Nacht. Kurzerhand wurde ein Alternativprogramm geschmiedet, falls die Wetterlage das geplante Event – Siena – nicht erlauben sollte. Durch den zunächst schwächer werdenden Regen und den Optimismus aller Beteiligten entschieden wir uns jedoch für die ursprünglichen Pläne. Quer durch den historischen Stadtkern gelangten wir zum Piazza del Campo, wo wir die Geschichte des Rathauses, dem Palazzo Publico erfuhren. Das riesige Rathaus wurde im 13. Jahrhundert gebaut und sollte Sienas Stärke und Reichtum verkörpern. Der sich vor dem Rathaus befindende zentrale Platz ähnelt einer Muschel, durch seine starke Neigung, sowie seine Pflasterung. Zwei Mal im Jahr findet hier das berühmte Pferderennen (Paleo) statt. Nicht weit von der „Muschel“entfernt liegt der sienesische Dom, der den Dom in Florenz um einiges übertreffen sollte. Geplant wurde in so utopischen Maßstäben, dass das Hauptschiff des Doms zu dem neuen Querschiff werden sollte, ein völlig überheblicher Plan der Sienesen, der aufgrund Geldmangels und dem Ausbruch der Pest nie vollendet wurde. Hauptmerkmale sind die Fassade aus schwarzem und weißem Marmor (den Farben des Stadtwappens) sowie dem Prunk der Gotik, welcher den Grundbau aus der Zeit der Romanik ziert.

Nach den zwei interessanten Referaten hatten wir einige Zeit, um die Stadt zu erkunden, uns eine Pizza oder einen Kaffe zu gönnen und einige Striche kunstvoll auf das Pergament zu bannen. Genau in diesen Zeitraum fing es mit unerwarteter Heftigkeit an zu schütten, sodass es einige von uns in flagranti beim Zeichnen erwischte, während andere im Trockenen ihre Pizza genossen. Auf der fluchtartigen Suche nach einem warmen und trockenen Plätzchen wurden die Zeichner nicht nur von oben sondern auch von unten durch die Bäche, die sich bildeten, durchnässt.

Pünktlich zum vereinbarten Treffen lichtete sich die dunkle Wolkendecke und unser Besuch in Siena neigte sich dem Ende zu.

Auf dem Rückweg bekamen wir noch eine weitere Attraktion Sienas zu Gesicht: Die Vorbereitungen zum Paleo.Die jeweiligen Stadtteile Sienas veranstalten große Umzüge, in denen Männer in Trachten trommeln und Fahnen schwenken. Wir sahen dem bunten Treiben eine Weile zu und gingen dann zurück zum Bus.

Den krönenden Abschluss des durchnässten Tages stellte das Essen Giovannis dar (Couscous mit scharfer Tomatensauce und Fleisch, sowie einem köstlichen Nachtisch).

Finn Weiland feat. Martin Dreher