Firenze
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- Erstellt am Samstag, 30. Mai 2009 10:32
Wer nichts wagt, der nichts gewinnt
Dieses wohlbekannte, wohlverhasste Klingeln riss mich um halb Sieben in die Realität zurück. Nach einem schmerzhaft-belebenden Duscherlebnis, einem kurzen Frühstück und dem Abstieg zu Michis Reisegefährt, ging es los. Florenz. Halb benommen – weil die zwei Stunden Fahrt zum Schlafen genutzt – stieg ich aus dem Bus in die Hitze. Ein städtischer Bus führte uns zu unserem erstenTagesordnungspunkt, ein Kloster aus dem 15. Jahrhundert; die vielen neutestamentarischen Fresken aus dieser Zeit faszinierten mich, weil diese frömmige Realitätsnähe der Bilder zusammen mit den Erläuterungen ein gutes Verständnis der Bilder ermöglichten. Die Mittagspause verbrachte ich in einem kleinen Restaurant, dem ehemaligen Wohnsitz von Benedictus dem X.
Der Aufstieg auf die Kuppel des Florentiner Doms war Highlight und Tiefpunkt zugleich, weil die steilen, engen Treppen klaustrophobische Höhenängste verursachten, andererseits der Blick von der 110 m hohen Kuppel alles entschädigte. Die Sicht auf unzählbare, verwinkelte italienische Gassen vor dem bergigen Hintergrund, begeisterten jeden aus der Klasse.
Schon ziemlich erschöpft bestiegen wir den Berg, wo das Kloster San Miniato al Monte auf uns wartete. Beeindruckt aber erschöpft genoss ich einen Mönchsgesang, der mich leider fast einschläferte. Nun, etwa um kurz nach sechs, wollten wir wieder den städtischen Bus nehmen, also gingen wir zur Bushaltestelle und warteten, und warteten, und warteten…Es wollte kein Bus kommen. Fast eine Stunde später entschlossen wir uns, unseren Reisebus illegal in die Stadt zu schmuggeln, denn in Florenz sind hohe Gebühren für den außerstädtischen Verkehr fällig, die wir natürlich nicht bezahlen wollten. Also suchten wir taktisch geschickt eine Haltebucht vor einer Polizeistation mit Überwachungskamera- je offensichtlicher desto besser, dachten wir uns – und warteten auf Michi, der bald mit zugezogenen Vorhängen und sich öffnenden Türen so unauffällig, wie es eben mit einem Reisebus möglich ist, ankam. (hier irren die Schueler – es war eine Pharamzieunternehmen mit Kamerras) So schnell waren wir noch nie in den Bus eingestiegen. Den schwarzen BMW – der uns verfolgte – hatten wir bald abgehängt und mit einem „Hoch auf unseren Busfahrer” gratulierten wir Michi dafür. So um 22 Uhr aßen wir die leckere Lasagne von Giovanni und mehr oder weniger bald gingen wir ins Bett.
Esyllt und David

