Sommerschule 07
Gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung des Anderen in der Begegnung türkischer und deutscher Schüler
Bericht von der Abschlussveranstaltung des deutsch-türkischen Mittelstufenprojekts ‚SOMMERSCHULE 2007‘in der Rudolf-Steiner-Schule Hamburg-Bergstedt
Das Projekt fand im August 2007 statt. Bilder können Sie über folgenden Link betrachten: ⇒ Sommerschule 2007
Ob der türkische Konsul nun wohl käme, war die Überlegung von Schülerinnen, die einen Blick auf das Programm der Abschlussveranstaltung schon im Vorfeld hatten werfen können. Er kam wirklich, und seine von einem Elftklässler ins Deutsche übersetzten Grußworte fanden einen umso herzlicheren Applaus. Selbst die Wolkendecke war an diesem Tag zurückgewichen: Zu Klängen von Vivaldi erhellte nicht nur die Aula der Bergstedter Steiner- Schule, sondern auch die Gesichter der etwa 180 türkischen und deutschen „Sommerschüler“, die gespannt auf ihren bevorstehenden Auftritt warteten.
Drei Wochen Üben, Singen, Eurythmie und geschäftiges Tun in Workshops waren für 35 türkische Schüler und deren vier Gastgeberklassen in diesem Augenblick bereits Vergangenheit. Der fröhliche Plausch beim Mittagessen, das Rangeln, die Pausenspiele, Ausflüge oder Besuche bei deutschen Mitschülern – die blauen Sitzreihen füllten sich eine nach der anderen: Eltern, Großeltern, Freunde, Mitschüler und Kollegen, die alle dabei sein wollten, um ihren ‚Sommerschülern‘ ein Lebewohl zu sagen. Allen voran jedoch die Freunde aus Istanbul, die ihren tiefen Dank an die Schulgemeinschaft für die Wiederholung des Projekts richteten.
War die Bühne nicht eben noch ein fröhliches „Midsommarfest“ der fünften Klasse – mit „schwedischen Tänzern“ und ‚spelmännen‘? Oder ein Treffpunkt von Achtklässlern, die in geübten Schritten – mal hüpfend, mal sich schüttelnd – dem „Übeltäter Tarantella“ zu entkommen suchten. Von Siebtklässlern bei ‚Alla Turca‘, Sechstklässlern bei einem Ratespiel – Eurythmiedarbietungen, bei denen man „eine Nadel hätte fallen hören können“.

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Der akrobatische Schwung von sämtlichen Jongleuren und Artisten sowie einer Gruppe festlich angezogener Jungen und Mädchen, die einen türkischen Volkstanz eingeübt hatte, leiten am Ende den Höhepunkt des Abschlussfestes ein. Dass die gemeinsame, in täglichen Proben entstandene Projektarbeit aller Sommerschüler dieses Jahr ‚Zauberflöte‘ hieß, war kein Geheimnis mehr, aber mit größter Spannung und Vorfreude erwartetes Ereignis: „Gibt es eine Zauberflöte“, fragt eine kleine Stimme zwischendurch.

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Ja, es gibt sie. Sie ist in der Stimme jener türkischen und deutschen Schüler, die sich zu einem gemeinsamen „Klang“ zusammenfinden. Sie ist im gegenseitigen Verständnis und in der Wertschätzung des Anderen – sowie mit Sicherheit in der Sprache Herrn Erdogans, dem Initiator und „Brückenbauer“ dieses türkisch-deutschen Kulturaustausches. Ich wünsche ihr viele Zuhörer!
Mit herzlichem Dank an alle Beteiligte
Marie-Luise Sparka

