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Initiativgruppe 5-7

Initiativgruppe 5-7

Lgo Reform

Unsere Mittelstufenreform


Freispiel

Im Rahmen der im Jahre 2007 begonnenen „Reform 1-13“ hat die Schule im Jahre 2008 drei Projektepochen von insgesamt drei Monaten Länge durchgeführt. In diesen Zeiten wurden neuartige Unterrichtsmethoden erprobt, es wurde teilweise klassen- und fächerübergreifend unterrichtet, die Teamarbeit der Lehrer intensiviert und versucht, ein flexibleres Zeitgerüst zu schaffen.

Aus den Erfahrungen der Projektepochen einerseits und dem besonderen und mehrfach angemahnten Reformbedarf der Mittelstufe andererseits hat sich eine Initiativgruppe für die Klassen 5 , 6 und 7 gebildet. Die Initiativgruppe besteht aus den drei Klassenlehrern Herr Krödel, Frau Benkhofer und Frau Kröner sowie den FachlehrerInnen der Klassen 5 bis 7. Gemeinsam haben wir einen Plan entwickelt, um mit einer extra auf die Bedürfnisse der Mittelstufe zugeschnittenen flexibleren Gestaltung des Stundenplans und der Unterrichtszeiten, mit einem erweiterten Unterrichtsangebot, einer anderen Zeiteinteilung sowie einer großzügigeren räumlichen Gestaltung unsere Vorstellungen zeitgemäßen Lehrens und Lernens umzusetzen.

Unser Vorhaben ist mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 in Kraft getreten, und zwar für den Anfang nur für die Klassen 5 bis 7 (Die 8. Klasse haben wir bewusst noch nicht einbezogen, da deren Schuljahr so viele besondere Inhalte (Klassenspiel, Jahresarbeiten, Abschlussreise ...) beinhaltet, dass der Entwicklungsraum für die Initiativgruppe nicht vorhanden ist. Im übernächsten Schuljahr, wenn die kommende 7. Klasse um ein Jahr aufrückt, wird die 8. Klasse allerdings ganz automatisch in die Reform integriert sein). Im Folgenden stellen wir Ihnen unser Reformmodell vor.

Zielsetzungen

Oberstes Ziel des Mittelstufen-Reformmodells ist die Förderung der Fähigkeit der Schüler, eigenständig und selbstverantwortlich zu arbeiten und zu lernen.

Dazu gehört auch die Stärkung der Kommunikation der Schüler, ihres gemeinsamen Lernens und gegenseitigen Helfens.

Ein weiteres wichtiges Ziel liegt in der Zusammenarbeit der Lehrer im Team. Wir wollen intensiver als bisher unsere Unterrichte aufeinander abstimmen, uns über unsere Arbeit und Schüler austauschen und die Möglichkeit bekommen, bei Bedarf klassenübergreifend oder fächerübergreifend zu arbeiten.

Zur Erreichung der Ziele haben wir folgende Rahmenbedingungen geschaffen und entsprechend den Bedürfnissen verändert:

  • der Stundenplan und die zeitliche Gestaltung der Unterrichte
  • die Einrichtung von „Lernzeiten“
  • neue Möglichkeiten der Beratung und Rückmeldung für Schüler und Eltern
  • die Gestaltung der Lernumgebung bzw. der Lernräume
  • das Lehren und Arbeiten der KollegInnen im Team


Eine Reformierung der Unterrichtsinhalte ist nicht das primäre Ziel. Ausgangspunkt all unseres Tuns bleibt wie bisher der natürliche Motor der altersgemäßen geistigen, seelischen und körperlichen Entwicklung der Kinder und die Frage, die sich daraus für uns ergibt: Was brauchen unsere Schüler?

 

Der Stundenplan und die zeitliche Gestaltung der Unterrichte

Zu den Hauptpfeilern des neuen Stundenplanes gehören:

- ein zur gleichen Zeit stattfindender Hauptunterricht von 9 Uhr bis 10.30 Uhr für alle drei Klassen

- eine Einrichtung einer Zeitstunde vor dem Hauptunterricht, die dem Spielen und der Bewegung in Klasse 5 bzw. dem Werken und Handarbeiten in den Klassen 6 und 7 vorbehalten ist. Auch kurzzeitig eingeschobene, wechselnde Unterrichts- oder Bewegungsangebote sind möglich. Ferner wird in dieser Zeit von wechselnden Gruppen das gemeinsame Frühstück vorbereitet,

- eine Verlängerung bestimmter Fachunterrichte von 45 Minuten auf 1 Zeitstunde (im Sinne einer grundsätzlichen Option, deren Wahrnehmung im Ermessen des unterrichtenden Lehrers liegt bzw. von organisatorischen Vorgaben abhängt),

- die zeitliche Verlängerung der Unterrichte bis max. 15 Uhr, jedoch nur von Montag bis Donnerstag. Am Freitag ist für Klasse 5 um 13 Uhr und für die Klassen 6 und 7 um 13.00 bzw. 13.30 Uhr Unterrichtsschluss,

- „Lernzeiten“ in allen drei Klassen (hierzu an anderer Stelle mehr),

- die zeitliche Abkoppelung des Gartenbaus von Werken und Handarbeit,

- ein gemeinsam vorbereitetes kleines Frühstück vom Büffet (hierzu an anderer Stelle mehr),

- regelmäßige gemeinsame Teambesprechungen der Lehrer einmal wöchentlich


Zum Rahmenplan gehört, dass die Unterrichte, Stundenzeiten und Pausen sowohl innerhalb der Klassen 5 bis 7 als auch in Bezug zum Gesamtstundenplan kompatibel sein sollen. Die zeitliche Kompatibilität der Unterrichte soll ein klassen- und fachübergreifendes Arbeiten sowie gegebenenfalls die zeitlich befristete Förderung einzelner Schüler mit punktuell ausgeprägten Stärken oder Schwächen erleichtern.

 

Die Lernzeiten

Die Lernzeiten gehören zu den Kernstücken der Mittelstufenreform, da sie der - nach Möglichkeit selbständigen - Übung und Vertiefung des im Unterricht Gelernten sowie der Erledigung von Hausaufgaben dienen sollen. Auch die individuelle Förderung einzelner Schüler oder Schülergruppen soll hier möglich werden. Lernzeiten finden klassenweise oder auch jahrgangsübergreifend einmal bis mehrmals wöchentlich statt. Sie werden von einem Lehrer betreut.

 

Das Frühstücksbüffet

Das täglich in der Zeit von 10.30 bis 11 Uhr angebotene Frühstücksbüffet stellt keinen Ersatz für das Frühstück zu Hause dar, sondern wird im Sinne eines kleinen Imbisses, eines zusätzlichen Angebots verstanden. Im Mittelpunkt stehen die Begegnung und der soziale Austausch. Auch die liebevolle Gestaltung des Büffets ist uns wichtig.

Das Frühstück wird von wechselnden Schülergruppen unter der Begleitung von Erwachsenen vorbereitet und betreut. Angeboten werden einfache, gesunde Speisen wie Gemüsesticks, Obst, Müsli, Joghurt, Käsebrot, gelegentlich ein Pudding, Milchreis oder eine Quarkspeise.

 

Neue Möglichkeiten der Beratung und Rückmeldung für Schüler und Eltern

In unserer Planung sind neue Formen der Beratung und des Feedbacks sowohl für die Schüler als auch für die Eltern vorgesehen. Wir unterscheiden zwischen zwei Formen:

Planungs- und Auswertungsgespräche

Diese sind als Lehrer-Schüler-Gespräche im Sinne von Entwicklungsgesprächen gedacht. Das Ziel ist, dass der einzelne Schüler sich wahrgenommen und gesehen fühlt. Die Gespräche sollen zweimal jährlich stattfinden und können in den Schultag eingeschoben werden. Dauer jedes Gesprächs: 20 – 30 Minuten.

Bilanzierungsgespräche

Diese sind als Eltern-Lehrer-Gespräche vorgesehen. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Frage stehen: Was braucht Ihr Kind eigentlich?, wobei die Frage auf die persönliche Entwicklung des Kindes und seine persönlichen Bedürfnisse zielt und nicht leistungsbezogen ist. Die Schüler sollen bei diesen Gesprächen nicht dabei sein. Die Gespräche sollen einmal im Jahr stattfinden. Ihre Dauer soll eine halbe Stunde pro Kind betragen. Wir überlegen, einen Freitag und Samstag als Block einzurichten, um in diesem Zeitraum die Gespräche stattfinden zu lassen. In diesem Fall fällt der Unterricht am Freitag aus.

Um den Gesprächen Struktur und Verbindlichkeit zu verleihen, sind wir dabei, einen Leitfaden zu erarbeiten. Zu diesem Zwecke werden wir uns auch mit anderen Schulen, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen haben, austauschen.

 

Die Gestaltung der Lernumgebung bzw. der Lernräume

Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 sind die drei Klassen räumlich zusammengefasst worden. Der bisherige Schülerbibliotheksraum wurde als Teamraum für die Lehrer neu gestaltet. Die Schülerbibliothek wurde im bisherigen Bazarraum eingerichtet.

 

Das Lehren und Arbeiten der KollegInnen im Team

Die enge kollegiale Zusammenarbeit und regelmäßige, fest in den Stundenplan integrierte Teamsitzungen gehören mit zu unseren dezidierten Zielen. Man kann schnell und leicht sich gedanklich austauschen, Abstimmungen treffen, eventuelle Irritationen oder kleine Pannen ausräumen, auch einmal fächerübergreifend unterrichten. Der gemeinsame Blick auf die Schüler dient der besseren Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse, Stärken und Schwächen und somit ihrer gezielten Förderung.

 

Bilanzierung

Das Mittelstufen-Reformmodell ist mit Beginn des Schuljahres 2009/10 gestartet. Die praktische Umsetzung gilt zunächst für die Dauer eines Jahres. Die Messkriterien für die Ziele und Maßnahmen werden bis Ende 2009 definiert.

Für die laufende Reflexion und Erfolgskontrolle sind Feedbackgespräche mit Schülern, Lehrern und Eltern vorgesehen. Auch die wöchentlichen Teambesprechungen dienen der gemeinsamen Reflexion und Erfolgskontrolle.

Eine Gesamtbetrachtung und Auswertung der Reformmodells ist für März 2010 geplant. Wenn die Gesamtauswertung positiv ausfällt und eine Fortsetzung beschlossen wird, ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung im Sinne eines Mitwachsens der Klassen nach oben hin vorgesehen.

 

Beteiligte ProjektlehrerInnen

  • Klasse 5: Herr Krödel als Klassenlehrer, Herr Fürste (Englisch), Frau Schwarten (Handarbeit), Herr Schubert (Werken), Frau Kaufmann (Gartenbau), Frau Kuper (Musik und Orchester), Herr Frank (Eurythmie), Frau Wanke/Herr Fürste (Sport), Herr von Borstel (Religion).
  • Klasse 6: Frau Benkhofer als Klassenlehrerin, Herr Fürste (Englisch), Frau Texier (Französisch), Frau Schwarten (Handarbeit), Herr Schubert (Werken), Frau Kaufmann (Gartenbau), Frau Kuper (Musik und Klassenorchester), Herr Werner (Eurythmie), Frau Wanke (Sport), Herr Claußen (Schwimmen), Herr Benkhofer (Religion).
  • Klasse 7: Frau Kröner als Klassenlehrerin, Herr Fürste (Englisch), Frau Behrendt (Französisch), Frau Zimmer (Handarbeit), Herr von Borstel (Werken), Frau Kaufmann (Gartenbau), Herr Schüßler (Musik), Herr Riepe/Frau Kuper/Herr Schüßler (Mittelstufenensembles), Frau Schmidt (Eurythmie), Herr Claußen/Frau Wanke (Sport), Herr Benkhofer (Religion).