Mittelstufenauswertung
Auswertung der Mittelstufenreform

Unsere Mittelstufenreform: Rückmeldungen der Schüler, des Kollegiums, der Eltern
(Irene Jung 25.5.10)
Ende Februar dieses Jahres haben alle am Mittelstufen-Reformprojekt beteiligten Lehrer sich zu einer Tagung zusammengefunden, um die seit Beginn des Schuljahrs 2009/10 gemachten Erfahrungen gemeinsam auszuwerten. Wir haben untersucht, welche Maßnahmen uns in dem knappen Schuljahr seit Einführung des Reformprojekts gelungen sind, inwiefern wir unsere Ziele erreicht haben, was optimiert werden sollte, was sich nicht bewährt hat. Die Ergebnisse dieser Tagung konnten Sie dann wenig später im Focus nachlesen.
Unmittelbar vor den Pfingstferien haben wir uns zu einer weiteren Tagung getroffen. Diesmal ging es darum, das Feedback der Schüler und ihrer Eltern sowie des übrigen Kollegiums zu dem Reformprojekt zusammenzutragen und auszuwerten. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die Ergebnisse geben.
I. Rückmeldungen von den Schülern
Die Meinung der Schüler wurde im April 2010 in den drei Klassen im Rahmen von Klassengesprächen zwischen den Schülern und ihren Klassenlehrern eingeholt. Die Fragen, die die Lehrer an die Klassen stellten, bezogen sich auf die wesentlichen Neuerungen des MS-Projekts. Die Schüler gaben ihr Feedback mündlich, die Antworten wurden mitgeschrieben und gezählt. In der 5. Klasse gab es zusätzlich einen Fragebogen mit standardisierten Fragen zur Spielstunde, den die Kinder durch eigene Äußerungen ergänzen konnten, wenn sie das wollten.
Bei unserer Auswertung der Schüler-Feedbacks sind wir so vorgegangen, dass wir zu jedem Aspekt, den wir untersuchen wollten, die Schülermeinungen und die Häufigkeit der jeweils übereinstimmenden Äußerungen am Flipchart zusammengetragen haben, und zwar nach Klassen getrennt. Schüleräußerungen, die nur vereinzelt oder in geringer Anzahl geäußert worden waren, wurden nicht genannt. Stattdessen konzentrierten wir uns auf die häufigeren Meldungen, weil wir sie für besonders aussagekräftig hielten und damit geeignet, einen Vergleich zwischen den drei Klassen zu ziehen und einen Gesamtüberblick zu erhalten.
Im Folgenden geben wir diejenigen Schülerantworten wieder, die zur Überprüfung der von uns aufgestellten Reformziele am wichtigsten sind. Wenn Sie an einem Überblick über alle Schülerantworten interessiert sind, sprechen Sie uns an, wir gewähren Ihnen gern Einblick in unsere Unterlagen.
Der Tagesbeginn von 8 bis 9 Uhr
5. Klasse (An der Befragung nahmen 38 Kinder teil)
- Die Spielstunde hat mir Spaß gemacht (25)
- Ich komme viel lieber in die Schule (24)
- Ich konnte ab 9 Uhr viel besser lernen (19)
- Meine Tätigkeiten in der Spielstunde haben sich in der 5. Klasse gegenüber der 4. Klasse verändert. Ich nutze die Zeit auch für andere Sachen (Epochenheftarbeit, Referate vorbereiten, Englisch-Französisch üben) (26)
- Ich habe Langeweile auch mal überwunden (16)
- Die Angebote auf dem Schulgelände sind für mein Alter nicht geeignet (11)
- Die Spielstunde soll beibehalten werden (23)
- Die Spielstunde ist nicht so wichtig (12)
6. Klasse (An der mündlichen Befragung nahmen .... Schüler teil)
- So lassen! (alle)
- Die Fächer könnten evtl. häufiger bzw. wochenweise wechseln (35)
- Auch andere Fächer wären gut (31)
7. Klasse (An der Befragung nahmen 33 Schüler teil)
- Die 1. Stunde hilft mir anzukommen (17)
- Hat keinen Einfluss auf mich/neutral (9)
- Wünsche ich mir nicht mehr (7)
- Alternative Unterrichtsfächer: vor allem Sport (20) und Lernzeit (19)
Der Hauptunterricht von 9 bis 10.30 Uhr
„Passt.“ (alle drei Klassen)
Die Lernzeit
5. Klasse
Es liegen uns keine Angaben vor.
6. Klasse
- Es ist gut, dass die Lernzeit freiwillig ist und am Ende des Unterrichtstages liegt (alle)
- Es ist gut, mit Freunden zu arbeiten (28)
- Es ist gut, dass dann alles fertig ist (28)
- Frau Benkhofer hat mehr Zeit für Einzelne (19)
- Es ist ruhiger (16)
- Es wird genauer und gründlicher gearbeitet (12)
- Es bleibt danach mehr Zeit für Hobbies (11)
7. Klasse
- Die Lernzeiten sind gut (fast alle)
- Die Hausaufgaben sind im Wesentlichen geschafft, wenn ich nach Hause gehe. Es ist sicherer (fast alle)
- Ich mache die Hausaufgaben lieber zuhause (4)
Die Lehrer-Schüler-Gespräche
5. Klasse
Es haben bis zum Zeitpunkt der Auswertung keine Lehrer-Schüler-Gespräche stattgefunden
6. Klasse
Es haben bis zum Zeitpunkt der Auswertung 20 Lehrer-Schüler-Gespräche stattgefunden. Die Schüler äußerten sich folgendermaßen:
- Es ist gut, alles sagen zu können (17)
- Die Vertraulichkeit der Gespräche ist gut (14)
7. Klasse
Es haben bis zum Zeitpunkt der Auswertung 30 Lehrer-Schüler-Gespräche stattgefunden. Die Schüler äußerten sich folgendermaßen:
- Es hat sich nicht viel für mich verändert dadurch (hatte bereits eine klare Einschätzung der Lage) (15)
- Es war informativ für mich, meinen Stand im Sozialen zu erfahren, ich weiß nun mehr über meinen Lernstand (11)
- Das Gespräch hat mir etwas gebracht (7)
- Es war unattraktiv für mich (1)
Die Fremdsprachenunterrichte
Die Neuerung bei den Fremdsprachenunterrichten besteht darin, dass sie, wo immer es uns möglich war, von 45 Minuten auf 60 Minuten verlängert worden sind und dafür statt fünfmal wöchentlich viermal in der Woche stattfinden. Diese Änderung ist den meisten Schülern offenbar nicht wirklich bewusst, denn es liegen uns keine auswertbaren Angaben der Schüler vor.
Die Frühstücksvorbereitung, die große Pause und das gemeinsame Frühstück
5. Klasse
(Die 5. Klasse war nur einmal für rund 9 Wochen an der Frühstücksvorbereitung beteiligt.)
- Die Frühstücksvorbereitung war gut (17)
- Die Frühstücksvorbereitung hat keinen Spaß gemacht, weil in der Zeit kein Spielen möglich war (13)
- Der häufige Gruppenwechsel bei der Frühstückszubereitung war nicht gut (11)
- Manche Kinder sind zu gierig (32
- Das gemeinsame Frühstück gefällt mir gut (29)
- Die Kinder lernen sich untereinander kaum kennen (24)
- Es gibt zu wenig Essen (17)
- Ich möchte nicht zahlen, wenn ich nicht esse (12)
- Die Angebote auf dem Schulgelände sind für mein Alter nicht geeignet (11)
- Ich könnte mir folgende Spielgeräte oder Spiele vorstellen: Reckstange, Hängebrücke, Seilbahn, Klettergerüst, Einräder, Schaukel, Bälle.
6. Klasse
- Mehr Abwechslung bei der Frühstücksvorbereitung wäre gut (alle)
- Ich würde bei der Frühstücksvorbereitung gern mehr selbst ausprobieren (alle)
- Ich habe Hygienebewusstsein entwickelt (alle)
- Die lange Pause ist gut (alle)
- Es ist zu drängelig am Büffet (34)
- Es wäre besser, wenn man sich zum Frühstück anmelden könnte (32)
- Ich hätte lieber ein ganzes Brötchen (25)
- Es wäre besser, wenn man sich selbst das Essen mitbringen könnte (22)
7. Klasse
- Ich finde die Frühstückszubereitung nicht so gut (27)
- Ich stehe der Frühstückszubereitung neutral gegenüber (3)
- Ich finde die Frühstückszubereitung gut (1)
- Das Frühstück ist gut (12 )
- Mir ist das Frühstück egal (12)
- Lieber ohne Frühstück (6)
- Es gibt nicht genügend Möglichkeiten für Mittelstufenschüler, sich aktiv auf dem Gelände zu betätigen (Fußball, Halfpipe, Kletterwand etc.)
II. Rückmeldungen aus dem Kollegium
Im Folgenden nennen wir die Rückmeldungen, die die Kollegen gegeben haben, die entweder nicht aktiv in der Initiativgruppe mitarbeiten oder aber generell nicht in der Mittelstufe unterrichten. Die Rückmeldungen erfolgten in schriftlicher Form und im Rahmen eines Gesprächs in der Pädagogischen Konferenz. Es handelt sich in der Regel um Mehrfachnennungen.
- Die große Pause von 10.30 bis 11 Uhr stört akustisch die in den benachbarten Räumen stattfindenden Unterrichte.
- Der „Übergangsverkehr“, wenn die Schüler um 9 Uhr in ihre Klassenzimmer strömen, stört den Unterricht im Ausweichraum.
- Der unterschiedliche Stundenrhythmus der Schulstufen führt zu Störungen.
- Der Unterricht in Englisch und Französisch findet mit der 5. und 6. Stunde zu spät am Vormittag statt, die Kinder sind dann erschöpft.
- Es gibt zwischen den Schülern der einzelnen Klassen und Stufen weniger Begegnungen durch die versetzte große Pause der Klassen 5 bis 7.
- Lehrer-Schüler-Gespräche, Teamabsprachen, die 1. Stunde mit ihren praktischen Unterrichten sind nichts Neues, werden schon immer praktiziert.
- Die Einsatzmöglichkeiten der Lehrer, auch im Vertretungsunterricht, sind durch den versetzten Stundenplan eingeschränkt.
III. Rückmeldungen von den Eltern
Am 27.4. 2010 fand ein Gesamtelternabend der Klassen 5 bis 7 statt, bei dem es darum ging, die Wahrnehmungen und Meinungen der Eltern zu sammeln. Von der 5. Klasse waren 23 Eltern da, von der 6. Klasse 17 Eltern und von der 7. Klasse 13. Insgesamt besuchten also 53 Eltern diesen Abend.
Nach einer kurzen Präsentation einiger wesentlicher Erfahrungen und Wahrnehmungen der Initiativgruppe vor der gesamten Elternschaft teilten sich Eltern und Lehrer in die drei Klassen auf. Hier wurden dann unter der Leitung von Eltern und nach einer für alle Klassen einheitlich festgelegten Methode (die den Eltern bereits mit der Einladung schriftlich bekannt gegeben worden war) die wichtigsten Wahrnehmungen und Kriterien der Eltern zusammengetragen und bewertet.
Das Verfahren der Auswertung war folgendermaßen: Zunächst wurden alle Anwesenden gebeten, still für sich die 4 wichtigsten positiven und/oder negativen Aspekte (es wurden hier keine Vorgaben gegeben) des Mittelstufen-Projekts zu klären. Anschließend setzten sich die Eltern in Gruppen mit jeweils 4 Personen zusammen, tauschten sich aus und verdichteten die wichtigsten Wahrnehmungen. Diese wurden dann stichwortartig und ohne Namensnennung auf maximal 16 Kärtchen festgehalten. Mit diesem Verfahren wollten wir sicherstellen, dass auch wirklich alle Eltern zu Wort kommen. Die Lehrer waren bei diesem Vorgang nicht anwesend. Anschließend wurden – diesmal wieder im Beisein der Lehrer - die Kärtchen vor der gesamten Elternschaft der Klasse kurz benannt und nach Themen sortiert an die Pinnwand geheftet. Im letzten Schritt wurden die Kärtchen von jedem Elternteil nach subjektiv empfundener Wichtigkeit „bepunktet“, wobei jedem Elternteil 4 Punkte zur Verfügung standen.
Die folgende Auflistung enthält alle Ergebnisse, die mit mindestens einem Punkt gewertet wurden.
5. Klasse: Das ist positiv
- Intensivere Wahrnehmung der Mitschüler (12 Eltern)
- Guter Einstieg durch praktische Tätigkeiten in der Zeit von 8 bis 9 Uhr (10)
- Vorteilhafte Randstunden im Stundenplan (5)
5. Klasse: Das ist negativ
-
Der Schulschluss um 15 Uhr überfordert die Kinder (27 Eltern), das Familienleben leidet (2)
-
Lernzeit: der Betreuungsschlüssel (ganze Klasse, ein Lehrer) (15)
- Keine Kontrolle der Hausaufgaben durch die Eltern (13)
-
Kein klassenübergreifendes Lernen (8)
-
Keine elterliche Kontrolle über die schulische Entwicklung des Kindes (4)
-
Mittagessen problematisch (3)
-
Zu wenig Feedback der Fachlehrer übers Jahr (1)
-
Entwicklung der Spielstunde (1)
6. Klasse: Das ist positiv
- Guter Einstieg durch praktische Tätigkeiten in der Zeit von 8 bis 9 Uhr (12 Eltern)
- Die Hausaufgaben sind nachmittags, wenn das Kind nach Hause kommt, erledigt (6)
- Frühstück (3)
- Dankbarkeit für den Reformwillen (3)
- Zufriedenes Kind (3)
- Selbstverantwortliches Lernen: Was bedeutet das für die 6. Klasse? (3)
- Freiwillige Lernzeit (2)
6. Klasse: Das ist negativ
- Klassenübergreifende Frühstücksvorbereitung fehlte, dadurch zu wenig Kontakte zwischen den Kindern (12 Eltern)
- Lernzeiten: Terminprobleme, die Hausaufgaben werden lieber zu Hause gemacht (9)
- Sprachunterricht zu spät am Tage (6)
- Nicht genügend Personal (4)
- Kind erschöpft und gehetzt durch den langen Tag (2)
7. Klasse: Das ist positiv
- Schüler-Lehrer-Gespräche (8 Eltern)
- Guter Einstieg durch praktische Tätigkeiten in der Zeit von 8 bis 9 Uhr (5)
- Klassenlehrerin super (4)
- Bestimmte Unterrichte 60 statt 45 Minuten lang (4)
- Austausch der Fach- und Klassenlehrer (3)
- Freiwillige Lernzeit (2)
- Klassenübergreifendes Lernen fand bislang nicht statt (als positiv empfunden) (1)
7. Klasse: Das ist negativ
- Zu wenig Differenzierung in den Lernzeiten (14 Eltern)
-
Zu wenig Feedback der Fachlehrer übers Jahr (4)
-
Kein klassenübergreifendes Lernen (3)
-
Leerlauf, zu viel Freiraum (3)
- Fragen zur Gruppenarbeit (2)
-
Nicht genügend Personal (1)
Zusätzlich zu den an diesem Abend gewonnenen Ergebnisse liegen uns von einigen Eltern Briefe vor, in denen sie ihre Gedanken zum Mittelstufen-Projekt mitteilen. Die dort geäußerte Kritik ist in unsere Gesamtauswertung eingegangen.
IV. Gesamtauswertung
Auf der Basis der drei Auswertungen des Lehrer-, Schüler- und Elternfeedbacks zur Mittelstufen-Reform haben wir eine Gesamtauswertung vorgenommen. Im Folgenden geben wir die für Eltern und Schüler wichtigsten Ergebnisse wieder.
Die Lehrer-Schüler-Gespräche
Diese werden allseits als positiv beurteilt und sollten beibehalten werden.
Die Lehrer-Schüler-Begegnung
Diese hat an Qualität deutlich gewonnen. Die Begegnungen sind häufiger und intensiver. Es findet mehr Begleitung eigenständigen Arbeitens als vorher statt. Die Lehrer verzeichnen bei sich einen Zuwachs an Gelassenheit. Die Lernzeiten, die längere große Pause und die größere Lehrerpräsenz führen nach Wahrnehmung der Lehrer zu individuelleren Begegnungen zwischen Lehrern und Schülern. Einige Schüler hätten allerdings gerne die alte Lehrerrolle zur
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Die Lernzeiten
Die Lernzeiten werden von allen Beteiligten überwiegend positiv beurteilt und sollten beibehalten werden. Sie müssen jedoch verbessert werden: hinsichtlich der Zeiten (zurzeit gibt es noch zu wenig Lernzeiten, teilweise auch nicht in den Randstunden), hinsichtlich der Gruppengröße und Betreuung (in Klasse 5 ist die Klasse nicht geteilt, und es gibt nur einen Lehrer), hinsichtlich der Differenzierung (diese hat bislang noch gar nicht stattgefunden).
Der Tagesbeginn von 8 bis 9 Uhr
Er wird von allen Beteiligten, Lehrer, Schüler und Eltern, überwiegend positiv beurteilt. Die Spielstunde in der 5. Klasse fördert nach Beobachtung der Lehrer die Selbständigkeit und Selbstorganisation der Schüler. In der 6. Klasse ist eine hohe Leistungsbereitschaft der Schüler zu verzeichnen. Es kommt zu Austausch und Begegnung, zu einem besseren „Ankommen“. In der 7. Klasse ist deutlich geworden, dass die kleinen Gruppen mehr Bewegungsqualität ermöglichen. Hier sind auch noch zusätzliche, neue Angebote möglich.
Probleme ergeben sich aus der neuen Zeitstruktur. Sie führt zu einem eingeschränkten Einsatz der Lehrer, auch im Falle von Vertretungsunterrichten, und zu akustischen Störungen anderer Unterrichte, die in räumlicher Nähe stattfinden. Problematisch ist ferner, dass aufgrund der vorgelagerten Handwerke und der Spielstunde die Sprachunterrichte erst später am Vormittag stattfinden.
Die große Pause von 10.30 bis 11 Uhr
Sie wird – nach zweieinhalbstündigem Unterricht – von den Lehrern in dieser Länge als notwendig empfunden.
Die Befragung der Schüler machte deutlich, dass es auf dem Schulhof noch an altersgerechten Spielgeräten mangelt. Ein Wunsch von Lehrerseite wären auch Uhren im Schulhaus und im Hof, die den Schülern ermöglichen, die Zeit des Pausenschlusses im Auge zu behalten.
Das gemeinsame Frühstück
Dieses hat sich, nach einem guten Beginn in allen drei Klassen, offenbar abgenutzt. Es stellt sich die Frage, ob es beibehalten werden sollte. Wenn ja, so sollten Zubereitung, Speise-Angebot und Organisation verändert werden.
Das Zeitgerüst/der Stundenplan
Die mangelnde Kompatibilität der Unterrichtszeiten mit denjenigen der anderen Stufen bringt erhebliche Schwierigkeiten mit sich. Es ist daher von großer Bedeutung, den Stundenplan zu synchronisieren.
Die Fremdsprachenunterrichte
Die dreimal wöchentlich für 60 Minuten stattfindende Fremdsprachenunterrichte in der 5. Klasse laufen sehr gut.
In der 6. Klasse findet der Fremdsprachenunterricht einmal wöchentlich für 40 Minuten sowie abwechselnd einmal drei-, einmal viermal wöchentlich für 45 Minuten statt. Dieser Wechsel bringt Unruhe mit sich, die Verkürzungen sind mit Hetze verbunden. Generell ist die Kombination der Fremdsprachenunterrichte mit dem 60-Minuten-Rhythmus schwierig, weil es zu Überlappungen kommt.
In der 7. Klasse findet der Englisch- und Französisch-Unterricht viermal wöchentlich für 60 bzw. zweimal für 60 und zweimal für 50 Minuten statt. Der Epochenunterricht hat sich bewährt. Die späten Stunden erschöpfen die Schüler allerdings. Eine Vorverlegung der Fremdsprachenunterrichte, evtl. im Wechsel mit dem Hauptunterricht, wäre wünschenswert.
Es hat in den Fremdsprachen – entgegen den von uns gesetzten Zielen - noch keine Leistungsdifferenzierung stattgefunden. Auch wurden die Lernzeiten bislang noch wenig für das Üben der Fremdsprachen genutzt.
Gut ist, dass für den Englisch-Unterricht ein eigener Raum zur Verfügung steht.
Die Zusammenarbeit der Lehrer
Die Zusammenarbeit der aktiv in der Initiativgruppe arbeitenden Lehrer hat sich verbessert. Allgemein wird mehr Austausch, Wahrnehmung und auch Wertschätzung wahrgenommen. Die Beziehung zwischen Klassenlehrern und Fachlehrern und der Austausch pädagogischer Ideen wurden intensiviert, es kommt zu häufigeren Begegnungen und Abstimmungen, zu mehr Transparenz. Ein Teamgefühl wurde entwickelt, wozu auch die wöchentlichen Teamsitzungen stark beitragen.
Noch zu optimieren ist die inhaltliche Zusammenarbeit der einzelnen Klassenteams. Auch dafür ist es wichtig, dass der Stundenplan harmonisiert wird, d. h., mit den Unterrichten der anderen Stufen und Klassen kompatibel gemacht wird. Die Änderungen des Stundenplans müssen deutlicher als zuvor mit den Eltern besprochen werden.
Die Belastung der Lehrer
Der Arbeitsaufwand und die zeitliche Beanspruchung der Lehrer, insbesondere der drei Klassenlehrer, ist mit Beginn des Schuljahres stark angestiegen. Dass dies so sein würde, war allen Beteiligten von Anfang an klar und wurde für die Dauer der Probephase auch billigend in Kauf genommen. Im neuen Schuljahr muss allerdings eine deutliche Entlastung der Klassenlehrer gefunden werden.
Das Schaffen neuer Möglichkeiten der Beratung und Rückmeldung für Schüler und Eltern
Im Rahmen der Mittelstufenreform haben wir neue Formen der Beratung und Rückmeldung für Schüler und Eltern vorgesehen. Hierzu gehört auch der Elternsprechtag einmal im Jahr. Dieser soll dazu dienen, kontinuierlich, über die Jahre hinweg die persönliche Entwicklung und die Bedürfnisse des Kindes zu betrachten und gemeinsam zu überlegen, was das Kind gegebenenfalls zum konstruktiven Lernen braucht. Er ist als Zusatzangebot gemeint zu der weiterhin bestehenden Möglichkeit, sich bei Fragen oder Problemen jederzeit an den Lehrer zu wenden. Aufgrund des großen zusätzlichen Arbeitsaufwands, den die Einführung der Mittelstufenreform mit sich gebracht hat, konnte der für das Halbjahresende avisierte Termin nicht eingelöst werden. Stattdessen fand der Elternsprechtag am 11. und am 29. Mai statt. Er wurde von den Lehrern positiv beurteilt und soll auch in Zukunft einmal jährlich angeboten werden.

